ZIS Ing-Bau - Remotedesktop - Leistung und Darstellung optimieren
ZIS Ing-Bau - Remotedesktop - Leistung und Darstellung optimieren

Remotedesktop - Leistung und Darstellung optimieren

Wenn Sie ZIS Ing-Bau über eine Remotedesktopverbindung (RDP) oder als RemoteApp verwenden, kann die Leistung der Anwendung von der Konfiguration des Zielrechners und der Netzwerkverbindung abhängen. Insbesondere bei der Anzeige und Bearbeitung umfangreicher Dokumente oder grafischer Inhalte kann eine geeignete Grafikbeschleunigung zu einer flüssigeren Bedienung beitragen.

Die folgenden Hinweise richten sich an die IT-Administration und helfen Ihnen, die Voraussetzungen und Einstellungen für eine leistungsfähige Remotedesktopumgebung zu überprüfen. Dabei wird zwischen einer gewöhnlichen Remotedesktopverbindung zu einem Firmen-PC und der Verwendung eines zentralen Remotedesktopservers (RDS/RemoteApp) unterschieden.

Grafikhardware und Treiber überprüfen

Für die GPU-beschleunigte Darstellung muss der Computer, auf dem ZIS Ing-Bau ausgeführt wird, über eine unterstützte Grafikeinheit mit geeignetem Treiber verfügen. Bei virtuellen Servern muss die Grafikeinheit der virtuellen Maschine tatsächlich zur Verfügung gestellt werden.

  • Öffnen Sie auf dem Zielrechner den Geräte-Manager und kontrollieren Sie unter Grafikkarten, ob eine unterstützte GPU ohne Fehlermeldung erkannt wird.
  • Installieren beziehungsweise aktualisieren Sie bei Bedarf den für das Betriebssystem und die Server- oder Virtualisierungsumgebung vorgesehenen Treiber des Grafikkartenherstellers.
  • Prüfen Sie bei mehreren gleichzeitigen Benutzern, ob die verfügbaren CPU-, Arbeitsspeicher- und GPU-Ressourcen für die Anzahl der Sitzungen ausreichen.

Wichtig: Das Aktivieren einer Gruppenrichtlinie ersetzt keine geeignete Grafikhardware und keinen funktionsfähigen Grafiktreiber.

Hardware-Grafikbeschleunigung für RDP-Sitzungen aktivieren

Die erforderliche Konfiguration hängt davon ab, ob ZIS Ing-Bau über eine gewöhnliche Remotedesktopverbindung auf einem Firmen-PC oder auf einem zentralen Remotedesktopserver verwendet wird.

Verbindung zu einem Firmen-PC mit Windows

Bei einer gewöhnlichen Remotedesktopverbindung zu einem Windows-PC wird die verfügbare Grafikhardware normalerweise bereits standardmäßig für die RDP-Sitzung verwendet, sofern keine abweichenden Richtlinien dies verhindern.

In der Regel sind daher keine zusätzlichen Gruppenrichtlinien erforderlich. Voraussetzung sind eine geeignete Grafikkarte und ein funktionsfähiger Grafiktreiber auf dem Firmen-PC.

Windows Server mit RDS/RemoteApp

Auf Windows Server mit der Rolle Remotedesktop-Sitzungshost wird für RDP-Sitzungen ohne entsprechende Konfiguration standardmäßig der Microsoft Basic Render Driver verwendet.

Um die verfügbare GPU für die grafische Darstellung zu nutzen, empfehlen wir folgende Einstellung:

  1. Öffnen Sie auf dem betroffenen Sitzungshost gpedit.msc (lokale Gruppenrichtlinie). In einer Domäne können Sie die Einstellung über eine Gruppenrichtlinie für die betroffenen Sitzungshosts vornehmen.
  2. Wechseln Sie zu Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Remotedesktopdienste → Remotedesktop-Sitzungshost → Remotesitzungsumgebung. In der Domänen-Gruppenrichtlinienverwaltung kann zusätzlich die Ebene Richtlinien angezeigt werden.
  3. Öffnen Sie Hardwaregrafikadapter für alle Remotedesktopdienste-Sitzungen verwenden und setzen Sie die Richtlinie auf Aktiviert.
  4. Kontrollieren Sie außerdem die Richtlinie WDDM-Grafikanzeigetreiber für Remotedesktopverbindungen verwenden. Diese sollte Aktiviert oder Nicht konfiguriert sein.

H.264/AVC-Hardwarecodierung konfigurieren

Neben der Darstellung der Anwendung muss RDP die Bildschirminhalte für die Übertragung zum Arbeitsplatz des Benutzers codieren. Falls die GPU diese Funktion unterstützt, kann auch diese Verarbeitung durch die Grafikhardware beschleunigt werden.

 

Prüfen Sie unter demselben Gruppenrichtlinienpfad die Einstellung H.264/AVC-Hardwarecodierung für Remotedesktopverbindungen konfigurieren und setzen Sie diese bei vorhandener Unterstützung auf Aktiviert.

 

Windows versucht dann, die Hardwarecodierung zu verwenden. Ist diese nicht verfügbar oder tritt ein Fehler auf, kann auf eine softwarebasierte Codierung zurückgegriffen werden.

 

Diese Einstellung betrifft die Bildübertragung und ersetzt nicht die oben beschriebene Hardwarebeschleunigung der Anwendung.

Optional: H.264/AVC-444-Grafikmodus

Die Richtlinie H.264/AVC-444-Grafikmodus für Remotedesktopverbindungen priorisieren kann die Darstellungsqualität von Schriften und grafischen Inhalten verbessern, sofern sowohl Server als auch RDP-Client den Modus unterstützen.

 

Die Aktivierung ist optional und sollte in Ihrer Umgebung getestet werden. Je nach Auflösung, Verbindung und verfügbaren Ressourcen kann der Modus mehr Bandbreite oder Rechenleistung erfordern.

 

Ohne aktivierte und verfügbare H.264/AVC-Hardwarecodierung kann die Bildcodierung zusätzliche CPU-Last verursachen. Eine pauschale Leistungssteigerung ist daher nicht garantiert.

Einstellungen übernehmen und kontrollieren

  1. Stellen Sie sicher, dass die Gruppenrichtlinien auf dem Computer angewendet werden, auf dem ZIS Ing-Bau ausgeführt wird. Bei mehreren Sitzungshosts sind alle betroffenen Server zu prüfen.
  2. Aktualisieren Sie bei Bedarf die Gruppenrichtlinien mit dem Befehl gpupdate /force.
  3. Starten Sie den betroffenen Rechner bei Bedarf im vorgesehenen Wartungsfenster neu und stellen Sie eine neue Remotedesktopverbindung her. Durch einen Neustart werden bestehende Benutzersitzungen unterbrochen.
  4. Prüfen Sie die angewendeten Richtlinien beispielsweise mit folgendem Befehl.

     

    PowerShell:

    gpresult /h "$env:TEMP\RDP-Richtlinien.html"

    Eingabeaufforderung (CMD):

    gpresult /h "%TEMP%\RDP-Richtlinien.html"

     

    Der Befehl erstellt einen HTML-Bericht zur Richtlinienauswertung. Führen Sie ihn zur Überprüfung der Computerrichtlinien mit den erforderlichen Administratorrechten auf dem betroffenen Zielrechner aus.

  5. Starten Sie ZIS Ing-Bau innerhalb der Remotedesktopsitzung und überprüfen Sie die Bedienung unter typischer Last. Im Task-Manager des Zielrechners können Sie CPU-, Arbeitsspeicher- und GPU-Auslastung beobachten.

 

Eine GPU-Auslastung bei aktiven grafischen Vorgängen kann ein Hinweis auf Hardwarebeschleunigung sein, ist allein aber kein sicherer Nachweis für den Renderpfad einer bestimmten Anwendung.

Weitere Ursachen für eine langsame Darstellung

Auch bei aktivierter Grafikbeschleunigung können weitere Faktoren das Nutzungserlebnis beeinflussen:

  • Netzwerk: Hohe Latenzen, Paketverluste oder unzureichende Bandbreite können zu verzögerter Bildübertragung und Eingaben führen.
  • Bildschirmauflösung: Sehr hohe Auflösungen oder mehrere Monitore erhöhen die Anforderungen an Zielrechner, Client und Verbindung. Testen Sie bei Problemen vorübergehend eine geringere Auflösung.
  • Systemauslastung: Viele gleichzeitige Sitzungen oder ausgelastete CPU-, Arbeitsspeicher- und GPU-Ressourcen können die Reaktionszeit verschlechtern.
  • Client: Verwenden Sie einen aktuellen, vom jeweiligen System unterstützten Remotedesktopclient.

Falls einzelne Funktionen, wie beispielsweise die PDF-Anzeige, weiterhin langsam reagieren, sollten diese getrennt untersucht werden. Nicht jede Darstellung innerhalb einer Anwendung profitiert im gleichen Umfang von der GPU-Beschleunigung.

Verwendung in Citrix-Umgebungen

ZIS Ing-Bau kann auch in Umgebungen mit Citrix Virtual Apps and Desktops eingesetzt werden. Citrix verwendet mit HDX eigene Technologien zur Grafikübertragung und Hardwarebeschleunigung. Die Leistung der Anwendung kann deshalb zusätzlich von den Citrix-Grafikrichtlinien, der verfügbaren Grafikhardware und der Konfiguration des Virtual Delivery Agents (VDA) abhängen.

 

Wichtig für die WPF-Hardwarebeschleunigung: Citrix dokumentiert für Windows-Mehrbenutzersysteme zusätzliche Registry-Einstellungen, mit denen die GPU-Beschleunigung für Anwendungen auf Basis von Windows Presentation Foundation (WPF) aktiviert werden kann. Da ZIS Ing-Bau auf WPF basiert, sollte die zuständige IT-Administration prüfen, ob diese Einstellungen in der eingesetzten Citrix-Umgebung erforderlich sind.

 

Die entsprechenden Einstellungen beschreibt Citrix im Abschnitt Windows Presentation Foundation (WPF) rendering.

Die Einrichtung und Optimierung dieser Komponenten sollte durch die zuständige IT-Administration anhand der offiziellen Citrix-Dokumentation erfolgen.

 

Hinweis: Die in diesem Artikel beschriebenen Einstellungen für Microsoft RDP sind nicht uneingeschränkt auf die Grafikübertragung über Citrix HDX übertragbar.

Quellen und weiterführende Informationen

Microsoft Remotedesktopdienste

Citrix Virtual Apps and Desktops